Chardonnay 2000

"Eine Besonderheit der Kellerei Terlan sind die Raritäten, Sonderabfüllungen gereifter Weißweine, die für mindestens zehn Jahre auf der Feinhefe in Stahldrucktanks gelagert worden sind. Beeindruckend ist dabei vor allem die jugendliche Frische, durch die dieser Chardonnay trotz seines gereiften Alters besticht, was ihn vor allem für eine längere Flaschenreife perfekt eignet. Terlan besitzt ein Terroir um große Weißweine zu produzieren und stellt dies mit den Raritäten gekonnt unter Beweis."
Rudi Kofler

Chardonnay 2000

Wein

  • DOC Bezeichnung: Südtirol Terlaner
  • Sorte: 100% Chardonnay
  • Geschichte der Rebsorte: erster Jahrgang 1979
  • Jahr: 2000
  • Gesamtproduktion: 3.340
  • Ertrag: 42 hl/ha
  • Qualitätslinie: Die Raritäten

Vinifizierung

  • Beschreibung:

    Lese und Traubenselektion per Hand; sanfte Ganztraubenpressung und Klärung des Mostes durch natürliche Sedimentation von den Trubstoffen; langsame Gärung bei kontrollierter Temperatur im Edelstahlbehälter; teilweiser biologischer Säureabbau (50%) und Reife für 12 Monate auf der Feinhefe im großen Holzfass;  Lagerung und Reife für mindestens 10 Jahre auf der Feinhefe im Stahldrucktank ohne jegliche Filtration.

Produktionszone

  • Staat: Südtirol Terlaner DOC
  • Herkunftsgebiet: Südtirol
  • Höhenmeter: 250 - 900 m
  • Neigung: 5 - 70 %
  • Ausrichtung: Süd - Südwest

Weinbeschreibung

  • Farbe: helles, leuchtendes strohgelb mit zart grünlichen Reflexen
  • Geruch: In der Nase beeindruckend frisch und bei jedem Versuch eine neue Geruchskomponente offenbarend besticht die Rarität. Kräuternoten von Kamille, Zitronenmelisse und Liebstöckl zeigen sich ebenso wie ein Hauch von getrockneten Kaki und Aprikosen. Gleichzeitig weist das facettenreiche Bouquet auch einen Duft nach Brotkruste und Hefezopf auf gepaart mit der Feuersteinaromatik.
  • Geschmack: Am Gaumen geschmeidig und cremig weich mit einem starken, jugendlich wirkenden Säuregerüst, welches dennoch einen filigranen Eindruck hinterlässt und die mineralische Spannung ideal ergänzt. Seidig und elegant aber gleichzeitig enorm druckvoll und tief präsentiert sich der Abgang.

Speisenempfehlung

Als Meditationswein.
Zu gedämpftem Hummer oder sautierten Jakobsmuscheln, in Kombination mit Taglierini mit Butter und schwarzen Trüffeln; aber auch zu Rindscarpaccio mit frischen Albatrüffeln oder einem Kalbsrückensteak.

  • Jahrgang

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    • Überdurchschnittlich hohe Temperaturen und viel Regen kennzeichneten den Witterungsverlauf im Jahr 2000, wobei die eigentlich heißen Sommermonate etwas milder ausgefallen sind, aber die fehlende Hitze von den warmen Frühjahrs- und Herbstmonaten mehr als nur kompensiert werden konnte. Der Jahresbeginn war allerdings von sehr frostigen Temperaturen gekennzeichnet und obwohl über Wochen sehr sonniges Wetter herrschte brachte die unter Hochdruckeinfluss stehende Gesamtwetterlage ständig polare Kaltluftmassen in den Alpenraum. Zudem fiel im ersten Monat des Jahres weder eine Schneeflocke noch ein Regentropfen, was sich auch mit Beginn des Februars nicht änderte. Weiterhin gab es sehr sonnenverwöhnte und milde Tage und nur dank der tiefen Nachttemperaturen konnte ein vorzeitiges Austreiben verhindert werden. Erst mit Ende März konnten die lang ersehnten Niederschläge verzeichnet werden und auch den Reben stand somit das notwendige Wasser für den ersten Wachstumsschub zur Verfügung. Das sprichwörtlich launenhafte und unbeständige Wetter brachte der Monat April, als sich Sonne und Regen oft mehrmals am Tag abwechselten. Dabei war es stets warm und die für den Frühling überdurchschnittlich hohen Temperaturen konnten auch im Mai verzeichnet werden. Dieser warme Witterungsverlauf hatte eine sehr günstige Auswirkung auf das Wachstum, so dass der Vegetationsstand zu Beginn der Sommermonate gut eine Woche Vorsprung aufwies. Hochsommerliche Temperaturen zeigte die Quecksilbersäule im Juni, während der Juli einiges an Niederschlag und in der Folge kühlere Tage mit sich brachte. Sommerlich warm und trocken fiel hingegen der August aus der zu Monatsende mit einer leichten Abkühlung auch schon den herannahenden Herbst und somit die Wochen der Weinlese ankündigte. Äußerst günstige Erntewetter brachte der September, als durch die starke thermische Exkursion zwischen Tag und Nacht die besten Voraussetzungen zwecks Farbintensität und optimaler Reife geschaffen wurden. Die leicht früher einsetzende Ernte erfolgte an warmen und trockenen Herbsttagen und als im Oktober dann eine längere Regenperiode einsetzte hatten die Winzer bereits das gesamte Traubenmaterial zur Weiterverarbeitung in die Kellerei gebracht.

  • Boden

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    • Die Weinberge liegen zwischen 250 und 900 Metern auf einer auffallend rot gefärbten Porphyrunterlage. Es handelt sich dabei um ein vulkanisches Gestein mit großen Mineraleinsprenglingen, geologisch Quarzporphyr genannt. Auf diesem Terroir entstehen sehr salzige Weine mit toller Spannung am Gaumen und außergewöhnlicher Langlebigkeit. Die Ausrichtung der Rebanlagen nach Süden gewährleistet eine starke Sonneneinstrahlung. Unter fast schon mediterranen Verhältnissen gedeiht hier eine breite Palette von Traubensorten und man trifft in Terlan auf so manche Mittelmeerpflanzen wie Oliven, Granatäpfel, Zypressen oder Mandelbäume. Während der Reifezeit garantieren warme Tage und kühle Nächte für einen hohen Gehalt an Zucker und Aromastoffen sowie die charakteristische alpine Frische.
      Das Terlaner Gebiet hat aufgrund der besonderen klimatischen und geologischen Gegebenheiten neben der geografischen Ursprungsbezeichnung „Südtirol DOC“ eine eigene Herkunftsbezeichnung mit dem Zusatz „Terlaner“. Als „Terlaner klassisch“ werden jene Rebsorten bezeichnet, die im klassischen Terlaner Gebiet zwischen Andrian, Nals und Terlan wachsen.

  • Klima

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    • Die hoch aufragenden Gipfel der Alpen schützen Südtirol im Norden vor rauen atlantischen Nordströmungen, vom Süden ist das Land von mediterranen Einflüssen geprägt. Dadurch ergeben sich große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die für elegante Reife sorgen.

      Auch gen Süden erfüllen Berggruppen wie die Adamello eine Schutzfunktion. Deshalb beträgt die jährliche Niederschlagsmenge im Vergleich zum südlichen Alpenvorland nur etwa ein Drittel und die Besonnungsintensität ist höher. Diese klimatischen Bedingungen erinnern an Weinbaugebiete wie das schweizerische Wallis.

      Wenn die Sonne an einem der 300 Sonnentage hinter den östlichen Bergen Terlans auftaucht, steht sie schon hoch am Himmel. Das liegt daran, dass das Weingebiet süd- bis südwestlich ausgerichtet ist. Die direkte Sonneneinstrahlung ist aufgrund der geringeren Dichte der Atmosphäre höher, die diffuse Strahlung zugleich geringer. Das erhöht den Unterscheid zwischen sonn- und schattenseitigen Hängen.

      Mikroklima in Terlan
      Kontinentales Klima (Cfa nach Köppen-Geiger)

      Sonnenstunden: ø 2135/Jahr
      Höchsttemperaturen: 38,2 °C
      Mittlere Temperaturen: 12,9 °C
      Tiefsttemperaturen: -10,7°C
      Niederschlagsmenge: ø 558 mm/Jahr
      Mittlere Globalstrahlung: 150,1 W/m²
      Winde:
      - Nordföhn: kühler, trockener Fallwind
      - Ora: Talwindsystem von Süden,  aus der Poebene in die Täler gesaugte Luft

Chardonnay 2000

Auszeichnungen

  • falstaff 2013: 94 Punkte
  • Wein-Plus 2013: 94 Punkte
  • James Suckling 2013: 95 Punkte
  • Gambero Rosso - Vini d'Italia 2014: Zwei rote Gläser
  • Le guide de L'Espresso - I Vini d'Italia 2014: Quattro bottiglie
  • I Vini di Veronelli 2014: Tre stelle blu
  • Bibenda/Duemilavini 2014: Cinque grappoli

Analytische Daten

  • Alkoholgehalt: 13,0 % vol
  • Restzucker: 2,8 g/l
  • Säure: 5,3 g/l

Lagerung

  • Lagerungstipps: kühle Lagerung bei konstanter Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit, guter Belüftung und mit möglichst wenig Lichteinfluss
  • Kellertemperatur: 10 - 15 °C
  • Empfohlene Trinkreife: 8 Jahre
  • Serviertemperatur: 12 - 14 °C

Empfohlene Glasform

Glas für gereifte Weißweine

Glas für gereifte Weißweine