Vorberg 2014

"An den Südhängen des Tschöggelbergs liegen im Terlaner DOC-Gebiet sehr sonnenverwöhnte und steile Weinhöfe, wo in einer Höhe zwischen 450 und 950 Metern über dem Meeresspiegel ein sehr spannender Weißburgunder gedeiht. Dieser gehaltvolle und äußerst komplexe Wein beeindruckt insbesondere durch seine Mineralität sowie seine beachtliche Entwicklungsfähigkeit und unterstreicht dadurch das volle Potential dieser Sorte."
Rudi Kofler

Wein

  • DOC Bezeichnung: Südtirol Terlaner
  • Sorte: 100% Weißburgunder
  • Geschichte der Rebsorte: erster Jahrgang 1993
  • Jahr: 2014
  • Gesamtproduktion: 55.000
  • Ertrag: 56 hl/ha
  • Qualitätslinie: Die Selektionen

Vinifizierung

  • Beschreibung:

    Lese und Traubenselektion per Hand; sanfte Ganztraubenpressung und Klärung des Mostes durch natürliche Sedimentation von den Trubstoffen; langsame Gärung bei kontrollierter Temperatur im großen Eichenfass (30 hl); biologischer Säureabbau und Reife für 12 Monate auf der Feinhefe im traditionellen Holzfass.

Produktionszone

  • Staat: Südtirol Terlaner DOC
  • Herkunftsgebiet: Südtirol
  • Höhenmeter: 250 - 900 m
  • Neigung: 5 - 70 %
  • Ausrichtung: Süd - Südwest

Weinbeschreibung

  • Farbe: glänzendes strohgelb
  • Geruch: Äußerst facettenreich lässt sich das vielschichtige Bouquet beschreiben, das zum einen von reifen Obstnoten, wie Honigmelone, weißem Pfirsich, Birnen oder Golden delicious Äpfeln, sowie der Aromatik von Quittengelee und getrockneten Früchten, Birnen, Orangen und Ananas, zum anderen aber auch von Graphitnoten und einem ins mineralische tendierende Jasminton charakterisiert wird.
  • Geschmack: Das Zusammenspiel aus fruchtig-aromatischen und salzigen Geschmackskomponenten wiederholt sich auch am Gaumen, wo die weich und cremig wirkenden Eigenschaften verstärkt durchkommen und für einen sehr würzigen, langanhaltenden, druckvoll mineralischen Abgang sorgen.

Speisenempfehlung

Ideal in Kombination zu einer würzigen Fischsuppe aber auch gepfefferten Miesmuscheln sowie Spaghetti allo scoglio; gleichzeitg auch interessant zu gratinierten Miesmuscheln, gegrilltem Tintenfisch oder geschmorten Saibling; passt auch zu den schwierig zu kombinierenden Artischocken alla romana; zu einem gereiften Pecorino, einem gelagerten Parmesan mit Mostarda oder Tête de Moine

Detaillierte Speisenempfehlung

Gewürzter Hummer und gegrillte weiße Terlaner Spargel mit Bauchspecksoße und gerösteten Pistazien - Giancarlo Perbellini (Ristorante Perbellini)

  • Jahrgang

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    • 2014 war ein ungewöhnliches Weinbaujahr, welches  den Winzern viel Fleiß und Aufwand abverlangte.
      Durch den sehr milden Winter war der Boden bereits frühzeitig aufgewärmt und in der Folge kam es in den frühesten Lagen bereits Ende März zum Austrieb der Reben. Das Frühjahr war ebenfalls von milden Temperaturen gekennzeichnet und so beobachtete man bereits Mitte Mai die ersten blühenden Gescheine. Im Vergleich zu 2013 betrug der Vegetationsvorsprung etwa 2 Wochen und man konnte von einem frühen Lesebeginn ausgehen.
      Nach einer kurzen Trockenperiode in der Blüte- bzw. Nachblütezeit stellte sich das Wetter ab Anfang Juli komplett um. Auch ältere Winzer können sich kaum an einen Sommer mit so vielen Regentagen und so wenigen Sonnenstunden erinnern. Der viele Niederschlag sorgte dafür, dass das Wachstum der Reben schwer zum Abschluss gelangte und der Krankheitsdruck konstant hoch war. In vielen, hauptsächlich frühreifen Anlagen platzten die Beeren auf und es kam zu erheblichem Fäulnisbefall.
      Die außergewöhnlichen klimatischen Verhältnisse sorgten dafür, dass die Vegetation stark eingebremst wurde und die Trauben erst zwei Wochen später reiften als ursprünglich angenommen. Erntebeginn war der 8. September 2014.
      Die Winzer mussten also Ruhe bewahren und den optimalen Lesetermin abwarten. Die Ernte selbst war mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, jede einzelne Traube wurde akribisch kontrolliert, angefaulte oder beschädigte Beeren wurden entfernt. So gelang es den Winzern trotz der widrigen Umstände,  gesundes und reifes Traubenmaterial anzuliefern.
      Nach der zweiten Lesewoche, also ab dem 20. September 2014, besserte sich das Wetter und so konnten die Trauben in den mittleren und höheren Lagen bei schönem Herbstwetter optimal ausreifen.
      Dadurch konnte die Gesamtqualität des Jahrgangs 2014 noch erheblich gesteigert werden.

  • Boden

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    • Die Weinberge liegen zwischen 250 und 900 Metern auf einer auffallend rot gefärbten Porphyrunterlage. Es handelt sich dabei um ein vulkanisches Gestein mit großen Mineraleinsprenglingen, geologisch Quarzporphyr genannt. Auf diesem Terroir entstehen sehr salzige Weine mit toller Spannung am Gaumen und außergewöhnlicher Langlebigkeit. Die Ausrichtung der Rebanlagen nach Süden gewährleistet eine starke Sonneneinstrahlung. Unter fast schon mediterranen Verhältnissen gedeiht hier eine breite Palette von Traubensorten und man trifft in Terlan auf so manche Mittelmeerpflanzen wie Oliven, Granatäpfel, Zypressen oder Mandelbäume. Während der Reifezeit garantieren warme Tage und kühle Nächte für einen hohen Gehalt an Zucker und Aromastoffen sowie die charakteristische alpine Frische.
      Das Terlaner Gebiet hat aufgrund der besonderen klimatischen und geologischen Gegebenheiten neben der geografischen Ursprungsbezeichnung „Südtirol DOC“ eine eigene Herkunftsbezeichnung mit dem Zusatz „Terlaner“. Als „Terlaner klassisch“ werden jene Rebsorten bezeichnet, die im klassischen Terlaner Gebiet zwischen Andrian, Nals und Terlan wachsen.

  • Klima

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    • Die hoch aufragenden Gipfel der Alpen schützen Südtirol im Norden vor rauen atlantischen Nordströmungen, vom Süden ist das Land von mediterranen Einflüssen geprägt. Dadurch ergeben sich große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die für elegante Reife sorgen.

      Auch gen Süden erfüllen Berggruppen wie die Adamello eine Schutzfunktion. Deshalb beträgt die jährliche Niederschlagsmenge im Vergleich zum südlichen Alpenvorland nur etwa ein Drittel und die Besonnungsintensität ist höher. Diese klimatischen Bedingungen erinnern an Weinbaugebiete wie das schweizerische Wallis.

      Wenn die Sonne an einem der 300 Sonnentage hinter den östlichen Bergen Terlans auftaucht, steht sie schon hoch am Himmel. Das liegt daran, dass das Weingebiet süd- bis südwestlich ausgerichtet ist. Die direkte Sonneneinstrahlung ist aufgrund der geringeren Dichte der Atmosphäre höher, die diffuse Strahlung zugleich geringer. Das erhöht den Unterscheid zwischen sonn- und schattenseitigen Hängen.

      Mikroklima in Terlan
      Kontinentales Klima (Cfa nach Köppen-Geiger)

      Sonnenstunden: ø 2135/Jahr
      Höchsttemperaturen: 38,2 °C
      Mittlere Temperaturen: 12,9 °C
      Tiefsttemperaturen: -10,7°C
      Niederschlagsmenge: ø 558 mm/Jahr
      Mittlere Globalstrahlung: 150,1 W/m²
      Winde:
      - Nordföhn: kühler, trockener Fallwind
      - Ora: Talwindsystem von Süden,  aus der Poebene in die Täler gesaugte Luft

Vorberg

Auszeichnungen

  • Wine Enthusiast 2017: 92 Punkte
  • Selection 2017: 92 Punkte
  • Robert Parker's Wine Advocate 2017: 92 Punkte
  • falstaff 2017: 93 Punkte
  • Guida essenziale ai Vini d’italia – Daniele Cernilli 2018: 94 Punkte
  • Slow Wine 2018:
  • Gambero Rosso - Vini d'Italia 2018: 2 Gläser
  • Vitae - La guida vini AIS 2018: 3 Reben
  • James Suckling 2017: 91 Punkte
  • Bibenda/Duemilavini 2018: 4 Trauben
  • I Vini di Veronelli 2018: 94 Punkte
  • Wine Spectator 2017: 92 Punkte

Analytische Daten

  • Alkoholgehalt: 14,0 % vol
  • Restzucker: 2,7 g/l
  • Gesamtsäure: 6,0 g/l

Lagerung

  • Lagerungstipps: kühle Lagerung bei konstanter Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit, guter Belüftung und mit möglichst wenig Lichteinfluss
  • Kellertemperatur: 10 - 15 °C
  • Empfohlene Trinkreife: 6 Jahre
  • Serviertemperatur: 12 - 14 °C

Empfohlene Glasform

Burgunderglas

Burgunderglas