Pinot Bianco 2006

"Eine Besonderheit der Kellerei Terlan sind die Raritäten, Sonderabfüllungen gereifter Weißweine, die für mindestens zehn Jahre auf der Feinhefe in Stahldrucktanks gelagert worden sind. Beeindruckend ist dabei vor allem die jugendliche Frische, durch die dieser Weißburgunder trotz seines gereiften Alters besticht, was ihn vor allem für eine längere Flaschenreife perfekt eignet. Terlan besitzt ein Terroir um große Weißweine zu produzieren und stellt dies mit den Raritäten gekonnt unter Beweis."
Rudi Kofler

Pinot Bianco 2006

Wein

  • DOC Bezeichnung: Südtirol Terlaner
  • Sorte: 100% Weißburgunder
  • Geschichte der Rebsorte: erster Jahrgang 1979
  • Jahr: 2006
  • Gesamtproduktion: 3.340
  • Ertrag: 42 hl/ha
  • Qualitätslinie: Die Raritäten

Vinifizierung

  • Beschreibung:

    Lese und Traubenselektion per Hand; sanfte Ganztraubenpressung und Klärung des Mostes durch natürliche Sedimentation von den Trubstoffen; langsame Gärung bei kontrollierter Temperatur im Edelstahlbehälter; teilweiser biologischer Säureabbau (50%) und Reife für 12 Monate auf der Feinhefe im großen Holzfass;  Lagerung und Reife für mindestens 10 Jahre auf der Feinhefe im Stahldrucktank ohne jegliche Filtration.

Produktionszone

  • Staat: Südtirol Terlaner DOC
  • Herkunftsgebiet: Südtirol
  • Höhenmeter: 250 - 900 m
  • Neigung: 5 - 70 %
  • Ausrichtung: Süd - Südwest

Weinbeschreibung

  • Farbe: helles, leuchtendes strohgelb mit zart grünlichen Reflexen
  • Geruch: In der Nase beeindruckend frisch und bei jedem Versuch eine neue Geruchskomponente offenbarend besticht die Rarität. Kräuternoten von Kamille, Zitronenmelisse und Liebstöckl zeigen sich ebenso wie ein Hauch von getrockneten Kaki und Aprikosen. Gleichzeitig weist das facettenreiche Bouquet auch einen Duft nach Brotkruste und Hefezopf auf gepaart mit der Feuersteinaromatik.
  • Geschmack: Am Gaumen geschmeidig und cremig weich mit einem starken, jugendlich wirkenden Säuregerüst, welches dennoch einen filigranen Eindruck hinterlässt und die mineralische Spannung ideal ergänzt. Seidig und elegant aber gleichzeitig enorm druckvoll und tief präsentiert sich der Abgang.

Speisenempfehlung

Als Meditationswein.
Zu gedämpftem Hummer oder sautierten Jakobsmuscheln, in Kombination mit Taglierini mit Butter und schwarzen Trüffeln; aber auch zu Rindscarpaccio mit frischen Albatrüffeln oder einem Kalbsrückensteak.

  • Jahrgang

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    • Insgesamt war 2006 ein überdurchschnittlich warmes und extrem trockenes Jahr mit unüblich verlaufenden Jahreszeiten, der Winter hatte es mit zahlreichen Frosttagen und mehreren Eistagen aber in sich. Die kalte, fast immer von einem Hoch geprägte Wetterlage ließ dem Niederschlag in den ersten beiden Monaten des Jahres kaum eine Chance. Selbst am Ende eines stark untertemperierten Februars schien das Frühjahr noch in weiter Ferne und auch den März hatte der Winter lange fest im Griff. Vor allem die vielen kalten und trockenen Nordwinde und bemerkenswert tiefe Temperaturen sorgten für eine lange Vegetationsruhe. Der April zeigte sich sprichwörtlich launenhaft mit warmen Tagen, die sich mit Regen und Schneefall in höheren Lagen abwechselten. Aufgrund nicht allzu starker Temperaturrückgänge wurde der durch den harten Winter bedingte Vegetationsrückstand bis Ende April fast komplett kompensiert. Während im Wonnemonat Mai die Temperaturen langsam aber stetig anstiegen, blieb vor allem der Niederschlag aus und auch vor allem im Juni wurde durch fehlende Regenschauer die Trockenheit zunehmend spürbar. Und auch im Juli, der zu den wärmsten der vergangenen vier Jahrzehnte zu zählen ist, gab es bis zum Monatsende nur wenig Regen. Das von der Vegetation dringend benötigte Wasser kam erst Ende des Monats, hielt dann aber bis in den August, der sich alles andere als sommerlich, nämlich vor allem kühl und nass präsentierte, hinein hartnäckig an. Der kühlere Sommer und vor allem die trockene und sonnenscheinreichen September- und Oktoberwochen sorgten für einen optimalen Reifeverlauf.

  • Boden

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    • Die Weinberge liegen zwischen 250 und 900 Metern auf einer auffallend rot gefärbten Porphyrunterlage. Es handelt sich dabei um ein vulkanisches Gestein mit großen Mineraleinsprenglingen, geologisch Quarzporphyr genannt. Auf diesem Terroir entstehen sehr salzige Weine mit toller Spannung am Gaumen und außergewöhnlicher Langlebigkeit. Die Ausrichtung der Rebanlagen nach Süden gewährleistet eine starke Sonneneinstrahlung. Unter fast schon mediterranen Verhältnissen gedeiht hier eine breite Palette von Traubensorten und man trifft in Terlan auf so manche Mittelmeerpflanzen wie Oliven, Granatäpfel, Zypressen oder Mandelbäume. Während der Reifezeit garantieren warme Tage und kühle Nächte für einen hohen Gehalt an Zucker und Aromastoffen sowie die charakteristische alpine Frische.
      Das Terlaner Gebiet hat aufgrund der besonderen klimatischen und geologischen Gegebenheiten neben der geografischen Ursprungsbezeichnung „Südtirol DOC“ eine eigene Herkunftsbezeichnung mit dem Zusatz „Terlaner“. Als „Terlaner klassisch“ werden jene Rebsorten bezeichnet, die im klassischen Terlaner Gebiet zwischen Andrian, Nals und Terlan wachsen.

  • Klima

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    • Die hoch aufragenden Gipfel der Alpen schützen Südtirol im Norden vor rauen atlantischen Nordströmungen, vom Süden ist das Land von mediterranen Einflüssen geprägt. Dadurch ergeben sich große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die für elegante Reife sorgen.

      Auch gen Süden erfüllen Berggruppen wie die Adamello eine Schutzfunktion. Deshalb beträgt die jährliche Niederschlagsmenge im Vergleich zum südlichen Alpenvorland nur etwa ein Drittel und die Besonnungsintensität ist höher. Diese klimatischen Bedingungen erinnern an Weinbaugebiete wie das schweizerische Wallis.

      Wenn die Sonne an einem der 300 Sonnentage hinter den östlichen Bergen Terlans auftaucht, steht sie schon hoch am Himmel. Das liegt daran, dass das Weingebiet süd- bis südwestlich ausgerichtet ist. Die direkte Sonneneinstrahlung ist aufgrund der geringeren Dichte der Atmosphäre höher, die diffuse Strahlung zugleich geringer. Das erhöht den Unterscheid zwischen sonn- und schattenseitigen Hängen.

      Mikroklima in Terlan
      Kontinentales Klima (Cfa nach Köppen-Geiger)

      Sonnenstunden: ø 2135/Jahr
      Höchsttemperaturen: 38,2 °C
      Mittlere Temperaturen: 12,9 °C
      Tiefsttemperaturen: -10,7°C
      Niederschlagsmenge: ø 558 mm/Jahr
      Mittlere Globalstrahlung: 150,1 W/m²
      Winde:
      - Nordföhn: kühler, trockener Fallwind
      - Ora: Talwindsystem von Süden,  aus der Poebene in die Täler gesaugte Luft

Pinot Bianco 2006

Auszeichnungen

  • James Suckling 2019: 97 points
  • Robert Parker's Wine Advocate 2019: 98 Punkte

Analytische Daten

  • Alkoholgehalt: 13,5 % vol
  • Restzucker: 1,2 g/l
  • Gesamtsäure: 5,4 g/l
  • PH-Wert: 3,4 PH

Lagerung

  • Lagerungstipps: kühle Lagerung bei konstanter Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit, guter Belüftung und mit möglichst wenig Lichteinfluss
  • Kellertemperatur: 10 - 15 °C
  • Empfohlene Trinkreife: 8 Jahre
  • Serviertemperatur: 12 - 14 °C

Empfohlene Glasform

Glas für gereifte Weißweine

Glas für gereifte Weißweine