Grauvernatsch 2014

"Bereits im Mittelalter wurde Vernatsch aus Südtirol an Klöstern und Höfen im süddeutschen Raum gerne getrunken und auch heute ist dieser elegante, gerbstoffarme Wein mit moderatem Alkoholgehalt ein interessanter Rotwein, der besonders gut zu typisch Südtiroler Gerichten kombiniert werden kann."
Rudi Kofler

 

Wein

  • DOC Bezeichnung: Südtiroler
  • Sorte: 100% Grauvernatsch
  • Geschichte der Rebsorte: erster Jahrgang 1972
  • Jahr: 2014
  • Gesamtproduktion: 14.000
  • Ertrag: 63 hl/ha
  • Qualitätslinie: Klassische Weine

Vinifizierung

  • Beschreibung:

    Lese und Traubenselektion per Hand; Entrappung der Trauben und anschließend langsame Maischevergärung bei kontrollierter Temperatur und schonender Maischebewegung im Edelstahltank; biologischer Säureabbau und Reife für 7-10 Monate im Stahlbehälter.

Produktionszone

  • Staat: Südtirol DOC
  • Herkunftsgebiet: Südtirol
  • Höhenmeter: 250 - 900 m
  • Neigung: 5 - 70 %
  • Ausrichtung: Süd - Südwest

Weinbeschreibung

  • Farbe: zartes rubinrot
  • Geruch: Granatapfel, Veilchen und der Duft von Mandeln beziehungsweise Marzipan verleihen dem Grauvernatsch ein sehr frisches und anregendes Bouquet.
  • Geschmack: Dank seiner weichen Frucht und der samtigen Textur kombiniert mit einem würzig-salzigen Abgang sowie dem für den Grauvernatsch charakteristischen geringen Gerbstoffanteil handelt es sich hierbei um einen sehr unkomplizierten und „trinkigen“ Rotwein.

Speisenempfehlung

zu einer Südtiroler Brettlmarende mit geräuchertem Speck und Kaminwurst, aber auch zu Schüttelbrotbandnudeln mit Rehragout, Buchweizenspätzle mit Speck und Löwenzahn oder Schlutzkrapfen aus Boxelemehl (Mehl von der Bohne des Affenbrotbaumes) gefüllt mit Almkäsefonduta auf Spinatcreme.

  • Jahrgang

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    • 2014 war ein ungewöhnliches Weinbaujahr, welches  den Winzern viel Fleiß und Aufwand abverlangte.
      Durch den sehr milden Winter war der Boden bereits frühzeitig aufgewärmt und in der Folge kam es in den frühesten Lagen bereits Ende März zum Austrieb der Reben. Das Frühjahr war ebenfalls von milden Temperaturen gekennzeichnet und so beobachtete man bereits Mitte Mai die ersten blühenden Gescheine. Im Vergleich zu 2013 betrug der Vegetationsvorsprung etwa 2 Wochen und man konnte von einem frühen Lesebeginn ausgehen.
      Nach einer kurzen Trockenperiode in der Blüte- bzw. Nachblütezeit stellte sich das Wetter ab Anfang Juli komplett um. Auch ältere Winzer können sich kaum an einen Sommer mit so vielen Regentagen und so wenigen Sonnenstunden erinnern. Der viele Niederschlag sorgte dafür, dass das Wachstum der Reben schwer zum Abschluss gelangte und der Krankheitsdruck konstant hoch war. In vielen, hauptsächlich frühreifen Anlagen platzten die Beeren auf und es kam zu erheblichem Fäulnisbefall.
      Die außergewöhnlichen klimatischen Verhältnisse sorgten dafür, dass die Vegetation stark eingebremst wurde und die Trauben erst zwei Wochen später reiften als ursprünglich angenommen. Erntebeginn war der 8. September 2014.
      Die Winzer mussten also Ruhe bewahren und den optimalen Lesetermin abwarten. Die Ernte selbst war mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, jede einzelne Traube wurde akribisch kontrolliert, angefaulte oder beschädigte Beeren wurden entfernt. So gelang es den Winzern trotz der widrigen Umstände,  gesundes und reifes Traubenmaterial anzuliefern.
      Nach der zweiten Lesewoche, also ab dem 20. September 2014, besserte sich das Wetter und so konnten die Trauben in den mittleren und höheren Lagen bei schönem Herbstwetter optimal ausreifen.
      Dadurch konnte die Gesamtqualität des Jahrgangs 2014 noch erheblich gesteigert werden.

  • Boden

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    • Südtirol ist eines der kleinsten Weinanbaugebiete Italiens. Dank seiner geografischen Lage am Schnittpunkt zwischen alpinem Norden und mediterranem Süden aber auch eines der facettenreichsten. Unzählige Generationen haben Südtirol als Weinland geprägt, wo Winzerinnen und Winzer in unterschiedlichen Klimazonen, mit wechselnden Bodentypen und auf Höhenlagen von 200 bis 1.000 Metern Weinbau betreiben. Hier entstehen authentische Weine mit eigenständigem Charakter, wobei der Sortenschwerpunkt auf Weißwein liegt: Rund 60 Prozent der Weinbaufläche sind mit weißen und nur 40 Prozent mit roten Rebsorten bepflanzt.
      Bei den Weißweinen sind es in erster Linie Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc, die neben Grauburgunder und Gewürztraminer Südtirol zu einer der führenden Weißweinregionen Italiens machen. Im Rotweinbereich reicht die Bandbreite von den autochthonen Rebsorten Lagrein und Vernatsch bis hin zu internationalen Klassikern wie Pinot Noir, Merlot und Cabernet. Eine Vielfalt, die zu 98 Prozent DOC klassifiziert ist und eine beachtliche Dichte an Spitzenweinen hervorbringt.

  • Klima

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    • Die hoch aufragenden Gipfel der Alpen schützen Südtirol im Norden vor rauen atlantischen Nordströmungen, vom Süden ist das Land von mediterranen Einflüssen geprägt. Dadurch ergeben sich große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die für elegante Reife sorgen.

      Auch gen Süden erfüllen Berggruppen wie die Adamello eine Schutzfunktion. Deshalb beträgt die jährliche Niederschlagsmenge im Vergleich zum südlichen Alpenvorland nur etwa ein Drittel und die Besonnungsintensität ist höher. Diese klimatischen Bedingungen erinnern an Weinbaugebiete wie das schweizerische Wallis.

      Wenn die Sonne an einem der 300 Sonnentage hinter den östlichen Bergen Terlans auftaucht, steht sie schon hoch am Himmel. Das liegt daran, dass das Weingebiet süd- bis südwestlich ausgerichtet ist. Die direkte Sonneneinstrahlung ist aufgrund der geringeren Dichte der Atmosphäre höher, die diffuse Strahlung zugleich geringer. Das erhöht den Unterscheid zwischen sonn- und schattenseitigen Hängen.

      Mikroklima in Terlan
      Kontinentales Klima (Cfa nach Köppen-Geiger)

      Sonnenstunden: ø 2135/Jahr
      Höchsttemperaturen: 38,2 °C
      Mittlere Temperaturen: 12,9 °C
      Tiefsttemperaturen: -10,7°C
      Niederschlagsmenge: ø 558 mm/Jahr
      Mittlere Globalstrahlung: 150,1 W/m²
      Winde:
      - Nordföhn: kühler, trockener Fallwind
      - Ora: Talwindsystem von Süden,  aus der Poebene in die Täler gesaugte Luft

Grauvernatsch

Auszeichnungen

  • ViniBuoni d'Italia 2016: 4 Sterne

Analytische Daten

  • Alkoholgehalt: 12,5 % vol
  • Restzucker: 2,5 g/l
  • Gesamtsäure: 5,0 g/l

Lagerung

  • Lagerungstipps: kühle Lagerung bei konstanter Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit, guter Belüftung und mit möglichst wenig Lichteinfluss
  • Kellertemperatur: 10 - 15 °C
  • Empfohlene Trinkreife: 1 Jahre
  • Serviertemperatur: 12 - 14 °C

Empfohlene Glasform

Bordeauxglas

Bordeauxglas