Pinot Bianco 2002

"Eine Besonderheit der Kellerei Terlan sind die Raritäten, Sonderabfüllungen gereifter Weißweine, die für mindestens zehn Jahre auf der Feinhefe in Stahldrucktanks gelagert worden sind. Beeindruckend ist dabei vor allem die jugendliche Frische, durch die dieser Weißburgunder trotz seines gereiften Alters besticht, was ihn vor allem für eine längere Flaschenreife perfekt eignet. Terlan besitzt ein Terroir um große Weißweine zu produzieren und stellt dies mit den Raritäten gekonnt unter Beweis."
Rudi Kofler

Pinot Bianco 2002

Wein

  • DOC Bezeichnung: Südtirol Terlaner
  • Sorte: 100% Weißburgunder
  • Geschichte der Rebsorte: erster Jahrgang 1979
  • Jahr: 2002
  • Gesamtproduktion: 3.340
  • Ertrag: 42 hl/ha
  • Qualitätslinie: Die Raritäten

Vinifizierung

  • Beschreibung:

    Lese und Traubenselektion per Hand; sanfte Ganztraubenpressung und Klärung des Mostes durch natürliche Sedimentation von den Trubstoffen; langsame Gärung bei kontrollierter Temperatur im Edelstahlbehälter; teilweiser biologischer Säureabbau (50%) und Reife für 12 Monate auf der Feinhefe im großen Holzfass;  Lagerung und Reife für mindestens 10 Jahre auf der Feinhefe im Stahldrucktank ohne jegliche Filtration.

Produktionszone

  • Staat: Südtirol Terlaner DOC
  • Herkunftsgebiet: Südtirol
  • Höhenmeter: 250 - 900 m
  • Neigung: 5 - 70 %
  • Ausrichtung: Süd - Südwest

Weinbeschreibung

  • Farbe: helles, leuchtendes strohgelb mit zart grünlichen Reflexen
  • Geruch: In der Nase beeindruckend frisch und bei jedem Versuch eine neue Geruchskomponente offenbarend besticht die Rarität. Kräuternoten von Kamille, Zitronenmelisse und Liebstöckl zeigen sich ebenso wie ein Hauch von getrockneten Kaki und Aprikosen. Gleichzeitig weist das facettenreiche Bouquet auch einen Duft nach Brotkruste und Hefezopf auf gepaart mit der Feuersteinaromatik.
  • Geschmack: Am Gaumen geschmeidig und cremig weich mit einem starken, jugendlich wirkenden Säuregerüst, welches dennoch einen filigranen Eindruck hinterlässt und die mineralische Spannung ideal ergänzt. Seidig und elegant aber gleichzeitig enorm druckvoll und tief präsentiert sich der Abgang.

Speisenempfehlung

Als Meditationswein.
Zu gedämpftem Hummer oder sautierten Jakobsmuscheln, in Kombination mit Taglierini mit Butter und schwarzen Trüffeln; aber auch zu Rindscarpaccio mit frischen Albatrüffeln oder einem Kalbsrückensteak.

  • Jahrgang

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    • Als sehr warm wird das Jahr 2002 in Erinnerung bleiben, auch wenn es im Januar sehr kalt und die Sommerhitze nur von kurzer Dauer war. Dank der überdurchschnittlichen warmen Übergangsmonate präsentieren sich die Weine mit einer sehr interessanten Spannung und Komplexität. Während des gesamten Winters wurde Terlan nie in ein weißes Kleid getaucht. Ein durch die mangelnde Schneedecke ungeschützter Boden, der seit Herbstende des Vorjahres ausbleibende Niederschlag sowie die lang andauernde Kälte sorgten für einen wettermäßig schwierigen Jahresbeginn. Eine normale Regenmenge brachte erst der Monat Februar, der gleichzeitig den Auftakt für einen verhältnismäßig günstigen Witterungsverlauf im Frühjahr darstellte. In der Mitte des Monats März erwachte die Vegetation und konnte sich aufgrund der warmen Temperaturen ausgesprochen rasch entwickeln. Selbst ein Spätfrost zum Monatsende sowie ein unbeständiger aber stets warmer Witterungsverlauf im April konnten den Reben nichts anhaben. Das große Feuchtigkeitsdefizit während des Frühjahrs wurde im Wonnemonat Mai mit sehr vielen Regentagen aber stets überdurchschnittlich hohen Temperaturen ausgeglichen, so dass selbst die tieferen Bodenschichten mit ausreichend Wasser versorgt werden konnten. Unerwartet früh klopfte der Sommer an die Tür, doch die Hitzeperiode war nur von kurzer Dauer und schien nach nur 30 Tagen Ende Juni bereits wieder zu Ende zu sein. Wenig sommerlichen Charakter hatten die beiden Monate Juli und August, mit vielen Regentagen aber nur einer bescheidenen Regenmenge. Der Herbst startete zunächst mit sehr sommerlichen Tagen, aber gegen Ende September konnte ein starkes Temperaturgefälle verzeichnet werden, so dass sich die Temperaturen wiederum im Normalbereich einpendelten. Nach einer kurzen Regenperiode brachte vor allem der Oktober sehr günstiges Erntewetter.

  • Boden

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    • Die Weinberge liegen zwischen 250 und 900 Metern auf einer auffallend rot gefärbten Porphyrunterlage. Es handelt sich dabei um ein vulkanisches Gestein mit großen Mineraleinsprenglingen, geologisch Quarzporphyr genannt. Auf diesem Terroir entstehen sehr salzige Weine mit toller Spannung am Gaumen und außergewöhnlicher Langlebigkeit. Die Ausrichtung der Rebanlagen nach Süden gewährleistet eine starke Sonneneinstrahlung. Unter fast schon mediterranen Verhältnissen gedeiht hier eine breite Palette von Traubensorten und man trifft in Terlan auf so manche Mittelmeerpflanzen wie Oliven, Granatäpfel, Zypressen oder Mandelbäume. Während der Reifezeit garantieren warme Tage und kühle Nächte für einen hohen Gehalt an Zucker und Aromastoffen sowie die charakteristische alpine Frische.
      Das Terlaner Gebiet hat aufgrund der besonderen klimatischen und geologischen Gegebenheiten neben der geografischen Ursprungsbezeichnung „Südtirol DOC“ eine eigene Herkunftsbezeichnung mit dem Zusatz „Terlaner“. Als „Terlaner klassisch“ werden jene Rebsorten bezeichnet, die im klassischen Terlaner Gebiet zwischen Andrian, Nals und Terlan wachsen.

  • Klima

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    • Die hoch aufragenden Gipfel der Alpen schützen Südtirol im Norden vor rauen atlantischen Nordströmungen, vom Süden ist das Land von mediterranen Einflüssen geprägt. Dadurch ergeben sich große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die für elegante Reife sorgen.

      Auch gen Süden erfüllen Berggruppen wie die Adamello eine Schutzfunktion. Deshalb beträgt die jährliche Niederschlagsmenge im Vergleich zum südlichen Alpenvorland nur etwa ein Drittel und die Besonnungsintensität ist höher. Diese klimatischen Bedingungen erinnern an Weinbaugebiete wie das schweizerische Wallis.

      Wenn die Sonne an einem der 300 Sonnentage hinter den östlichen Bergen Terlans auftaucht, steht sie schon hoch am Himmel. Das liegt daran, dass das Weingebiet süd- bis südwestlich ausgerichtet ist. Die direkte Sonneneinstrahlung ist aufgrund der geringeren Dichte der Atmosphäre höher, die diffuse Strahlung zugleich geringer. Das erhöht den Unterscheid zwischen sonn- und schattenseitigen Hängen.

      Mikroklima in Terlan
      Kontinentales Klima (Cfa nach Köppen-Geiger)

      Sonnenstunden: ø 2135/Jahr
      Höchsttemperaturen: 38,2 °C
      Mittlere Temperaturen: 12,9 °C
      Tiefsttemperaturen: -10,7°C
      Niederschlagsmenge: ø 558 mm/Jahr
      Mittlere Globalstrahlung: 150,1 W/m²
      Winde:
      - Nordföhn: kühler, trockener Fallwind
      - Ora: Talwindsystem von Süden,  aus der Poebene in die Täler gesaugte Luft

Pinot Bianco 2002

Auszeichnungen

  • falstaff 2014: 94 Punkte
  • James Suckling 2014: 92 Punkte
  • Wein-Plus 2014: 94 Punkte
  • Gambero Rosso - Vini d'Italia 2015: zwei Gläser
  • Vitae - La guida vini AIS 2015: Tastevin und 4 Reben
  • Bibenda/Duemilavini 2015: 5 Trauben
  • Jancis Robinson 2014: 17+ Punkte
  • Guida essenziale ai Vini d’italia – Daniele Cernilli 2015: 95 Punkte

Analytische Daten

  • Alkoholgehalt: 13,5 % vol
  • Restzucker: 2,9 g/l
  • Gesamtsäure: 5,5 g/l

Lagerung

  • Lagerungstipps: kühle Lagerung bei konstanter Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit, guter Belüftung und mit möglichst wenig Lichteinfluss
  • Kellertemperatur: 10 - 15 °C
  • Empfohlene Trinkreife: 8 Jahre
  • Serviertemperatur: 12 - 14 °C

Empfohlene Glasform

Glas für gereifte Weißweine

Glas für gereifte Weißweine